Weiterbildung zur Überwindung von Genderstereotypen

In den Strukturen für Kleinkinderbetreuung denkt niemand darüber nach, mit Mädchen und Jungen unterschiedlich umzugehen.

In den Strukturen für Kleinkinderbetreuung denkt niemand darüber nach, mit Mädchen und Jungen unterschiedlich umzugehen. Trotzdem werden die Kinder dort in gewisser Weise gendertypisch erzogen, was vor allem durch die Spiele und Spielsachen zum Ausdruck kommt, die den Mädchen und Jungen angeboten werden. Das Kantonale Amt für Gleichstellung und Familie führt sein Programm für das Personal aus dem Frühbereich fort, indem es eine Weiterbildung zur Überwindung von Genderstereotypen anbietet.

Spielsachen, Spiele und Bücher vermitteln Normen, welche die Kinder nach und nach annehmen: Innenbereich, Haus und Pflege sind Mädchenangelegenheiten – Aussenbereich, Erkundung und Arbeit sind eher was für Jungs. Diese Normen werden durch die Einstellung der Erwachsenen oft verstärkt. Ganz unbewusst haben diese nämlich unterschiedliche Erwartungen an Mädchen und Jungen. Ab dem Alter von drei Jahren nehmen die Kinder diesen Unterschied wahr und ändern ihr Verhalten, um diesen sozial konstruierten Erwartungen zu entsprechen.

Baut man die Stereotype jedoch ab, haben die Kinder freie Bahn, um ihre Kompetenzen zu entwickeln – nach ihrem eigenen Streben und ohne sich durch ein sozial aufgedrängtes Rollenbild beeinflussen zu lassen.

Oberwallis

Am 22. September 2021 wird in Visp eine Weiterbildung angeboten werden. Die Kursinhalte werden sich an der Broschüre «Nicos Puppe und Sophies Lastwagen» orientieren. Der Kurs wird von Annika Butters des Marie Meierhofer Instituts für das Kind in Zürich geleitet werden. Weitere Informationenfinden Sie im nebenstehenden Flyer. Bitte melden Sie sich bis am 10.9.2021 mit dem untenstehende Formular an. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Kosten werden vom KAGF übernommen.

Mittel- und Unterwallis

Die im Mittel- und Unterwallis angebotene Weiterbildung «Petite enfance: sortir des stéréotypes» geht genau in diese Richtung. Sie ermöglicht, die berufliche Haltung und die täglichen Praktiken unter dem Gender-Blickwinkel zu hinterfragen, indem Überlegungen zu einer nicht-sexistischen Erziehung in den Betreuungsstrukturen angestellt werden. Das Ziel besteht darin, sich der impliziten Erwartungen gegenüber Mädchen und Jungen bewusst zu werden – und konkrete Ansätze zur Vermeidung von Stereotypen zu berücksichtigen. Die Weiterbildung wird am 5. und 24. November 2021 in Sitten stattfinden und von Bulle Nanjoud des 2ème Observatoire aus Genf erteilt werden.

Brave Mädchen

Veröffentlicht am 21. Mai 2021

Dokumente

Flyer