Massnahmen zur Förderung einer guten Vereinbarkeit

Egal in welchem Tätigkeitsbereich – die KMU haben die Möglichkeit, ein familienfreundliches Arbeitsumfeld zu schaffen. Dadurch können sie ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt steigern.

Gemäss Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, verfügen KMU «über gewisse Vorteile bei der Umsetzung [einer familienorientierten Personalpolitik]: kurze Entscheidungswege, direkter Kontakt zwischen Führung und Mitarbeitenden und die Flexibilität, passgenaue Lösungen festzulegen.»

Jedes Unternehmen kann etwas tun – unabhängig von Grösse oder Branche: kleines Familienunternehmen, Industrien mit Nacht- und Schichtarbeit, Betriebe mit fixen Öffnungs- und Servicezeiten, Betriebe mit überwiegend vor Ort ausgeübten Tätigkeiten usw.

Oftmals reichen einfache, kostengünstige und gezielte Massnahmen aus, damit die KMU ein Arbeitsumfeld schaffen können, das die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden berücksichtigt und gleichzeitig die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

Die möglichen Massnahmen können folgende Bereiche betreffen:

1. Arbeitszeiten

Die möglichen Massnahmen können folgende Bereiche betreffen:

  1. Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeitmodelle unterstützen die Mitarbeitenden bei der individuellen Gestaltung ihrer Arbeitszeiten, ohne die betrieblichen Abläufe zu beeinträchtigen. Bei der Umsetzung ist es wichtig, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu den Arbeits- und Ruhezeiten zu berücksichtigen.

Beispiele für bewährte Ansätze:

  • Teilzeitarbeit möglich machen
  • Flexible Arbeitszeiten einführen
  • Flexible Arbeitszeitverteilung über das Jahr oder die Woche ermöglichen
  • Verkürzte Arbeitswoche und andere Arbeitszeitmodelle erlauben
  • Kommunikation und Abstimmung im Team fördern
  • Auf Selbstorganisation und Delegation setzen
  • Technische Unterstützung nutzen
  • Für Gerechtigkeit sorgen
  • Auch im Falle von Wochenend-, Nacht- und Schichtarbeit, fixen Öffnungs- und Servicezeiten, oder wenn die Infrastruktur oder Maschinen ausgelastet bleiben müssen, gibt es Möglichkeiten:
    • Ein längerer Planungshorizont und wöchentlich wiederkehrende Muster festlegen
    • Mitsprache und Austausch ermöglichen (wie Eintragen von Sperrtagen oder der Tausch von Schichten)
    • Teamzusammensetzung zwischen Mitarbeitenden mit und ohne Betreuungspflichten steuern; Autonomie bei der Organisation erlauben
    • Schichtzeiten anpassen, beispielsweise durch spätere Startzeiten, kürzere Schichten oder zusätzliche Kurzschichten in Kombination mit einer Ausweitung der Laufzeiten von Betriebsanlagen.
Sie möchten mehr über die verschiedenen flexiblen Arbeitszeitmodelle erfahren? Informationen dazu finden Sie ab Seite 9 des KMU-Handbuchs.

    2. Arbeitsort

    Unternehmen können sicherstellen, dass die Flexibilität beim Arbeitsort (Homeoffice) sowohl für ihr Personal als auch für sie selbst zu einer Win-Win-Situation wird. Für arbeitsortsunabhängiges Arbeiten braucht es klare Regeln in Bezug auf den Arbeitsumfang in einer festgelegten Zeiteinheit, die Erreichbarkeit und Antwortzeiten sowie den Datenschutz und die Datensicherheit. Diese Richtlinien sollten allerdings genug Flexibilität bieten, um individuelle Situationen zu berücksichtigen.

    Es ist aber klar, dass Homeoffice nicht bei allen Tätigkeiten möglich ist, beispielsweise auf Baustellen, im Verkauf oder in der Produktion.

    Sie möchten mehr über die Möglichkeiten der Arbeit ausserhalb des Betriebs wissen? Informationen dazu finden Sie ab Seite 22 des KMU-Handbuchs.

    3. Organisation der Betreuung von Kindern oder Angehörigen während der Arbeitszeit

    Beispiele für bewährte Ansätze:

    • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Krankheit eines Kindes oder Angehörigen unterstützen. Arbeitnehmende haben einen Anspruch auf bezahlten Urlaub für die Pflege eines erkrankten Familienmitglieds oder Partners von bis zu 3 Tagen pro Ereignis.
    • Den Eltern eine Betreuung während Ferienzeiten oder Feiertagen ermöglichen (beispielsweise mit einer Planung der Ferienabwesenheiten oder Vereinbarungen zu reduzierter Arbeitszeit während der Schulferienzeit)
    • Notfallbetreuung organisieren
    • Beteiligung von Männern an Betreuung und Pflege aktiv fördern
    Sie möchten mehr über die Möglichkeiten der Kinderbetreuung wissen? Informationen dazu finden Sie ab Seite 30 des KMU-Handbuchs.

    4. Familienbezogener Erwerbsunterbruch (Geburt/Adoption eines Kindes oder Krankheit einer nahestehenden Person) und Wiedereinstieg

    Beispiele für bewährte Ansätze:

    • Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub durch einen flexibel gestaltbaren bezahlten oder unbezahlten Urlaub verlängern
    • Väter motivieren, den Urlaub auch wirklich zu beziehen
    • Unbezahlten Urlaub für betreuende Angehörige gewähren
    • Wiedereinstiegsprogramme und Mentoring anbieten
    • Schrittweisen Wiedereinstieg ermöglichen
    • Stillmöglichkeiten am Arbeitsplatz fördern
    Sie möchten mehr über familienbezogenen Erwerbsunterbruch und Wiedereinstieg wissen? Informationen dazu finden Sie ab Seite 39 des KMU-Handbuchs.

    5. Unternehmenskultur

    Beispiele für bewährte Ansätze:

    • Offene und transparente Kommunikation fördern
    • Führungskräfte sensibilisieren
    • Alle Mitarbeitenden gleich behandeln, beispielsweise:
      • Es sollten nicht nur mit werdenden Müttern, sondern auch mit werdenden Vätern Gespräche über Vereinbarkeitslösungen geführt werden.
      • Teilzeitarbeitende Mitarbeitende sollte ebenfalls an Weiterbildungen teilnehmen oder an anspruchsvollen Projektarbeiten mitwirken können.
    • Familienbezogene Fähigkeiten anerkennen
    • Unternehmenswerte im Leitbild verankern
    Sie möchten mehr über das Betriebsklima und die Personalführung wissen? Informationen dazu finden Sie ab Seite 48 des KMU-Handbuchs.

    Auszug aus dem KMU-Handbuch «Beruf und Familie», SECO, 2025

    Veröffentlicht am 26. Januar 2026

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